Ein Blick auf Engagio
von Valeria Kuligk
Mitte Dezember schrieb unser elbkind Deniz eine Rundmail mit dem Titel „cooles tool…“. Darauf folgte in der Mail ein vorsichtiges „?“, zusammen mit einem Link zu dem neuen Dienst namens Engagio. Mit dem Klick auf den Link offenbarte sich eine schlichte Seite mit der Beschreibung: „Engagio tracks your online conversations and lets you develop meaningful relationships from them.“
Dass es sich dabei um eine Art Tracking-Tool handeln soll, ließ den Puls unserer Social Media Spezialisten höher schlagen und die Frage, was denn „meaningful relationships“ seien, weckte unsere Neugier. Somit hieß es also: Email angeben, Invite-Code erhalten und ausprobieren.
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Engagio ist in erster Linie eine Art Dashboard, in der man seine Interaktionen auf den unterschiedlichsten Plattformen gesammelt betrachten kann und einen Überblick über seine Kontakte erhält. Doch da fängt das Problem leider schon an. Denn auf Engagio werden die eigenen Interaktionen auf Facebook, Twitter, Google+, Tumblr, Disqus, Foursquare, LinkedIn und hackerNews gesammelt. Obwohl die meisten Dienste auch in Deutschland genutzt werden, fehlen dennoch Integrationen von XING-, Wordpress- und Blogspot-Profilen, um wirklich einen umfassenden Einblick gewähren zu können.
Dazu umfassen die Interaktionen auf Engagio (nur) Wallposts, Kommentare und Retweets. Das heißt also, dass meine Likes und meine Nachrichten auf Facebook nicht als Interaktionen gezählt werden und somit keinen Einfluss auf die Bewertung eines Kontaktes haben. Die Anzahl der Interaktionen bestimmt dann die Bewertung meines Kontaktes, reger Austausch = wichtiger Kontakt, wenig Kontakt = den kannste vergessen.
Quelle: engag.io Blog
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Den einzigen erkennbaren Nutzen ist, dass Heavy-User, die überall Kommentare hinterlassen, schnell einen Überblick über ihre Unterhaltungen erhalten und direkt auf Engagio antworten können ohne alle Plattformen einzeln besuchen zu müssen. Doch zeichnet sich ein Heavy-User nicht gerade dadurch aus, dass er sich sowieso schon nahezu pausenlos auf der Plattform aufhält? Facebook zum Beispiel. Wir sind sowieso schon pausenlos online und zwar nicht nur um die Reaktionen auf unsere Kommentare abzuwarten, sondern um neues zu entdecken, Leute zu stalken, Spiele zu spielen, schöne Sachen zu liken und und und. Und wenn man sich sowieso schon auf Facebook aufhält, warum sollte man Engagio noch nebenbei offen haben?
Das Ganze wirkt dazu noch ein wenig buggy. Welche Interaktionen in meiner Inbox landen erscheint willkürlich. Zu sehen sind die zwei aktuellsten Postings auf meiner Wall und dann jahrealte Kommentare…sieht ganz schön arm aus.
Fazit: Leider bringts Engagio noch nicht. Die Idee ist nett, aber noch nicht ganz vollendet. Statt als nützliche Bündelung von Inhalten zu fungieren, ist der Dienst jetzt noch eher ein nettes Add-On, das eine andere Darstellung/Ordnung von Kommentaren bietet. Kommentarliebhaber können zwar davon profitieren engagio parallel laufen zu lassen, um nicht ständig Unterhaltungen aufrufen zu müssen. Alle Anderen müssen allerdings noch warten.
P.S.: Für alle die engag.io selbst ausprobieren möchten: Der Dienst ist seit Montag auch ohne Invite zugänglich.








