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And the winner is: Bruno Kammerl!

Der sympathische Ingenieur aus Vaterstetten hat in der Netzgemeinde mächtig Eindruck hinterlassen und zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst. Kein Wunder - der Megawoosh Viral zur Kampagne von Microsoft und dem Office Project 2007 wurde allein auf YouTube mittlerweile knapp 4,5 Millionen mal angeklickt.

Ein riesiger Erfolg für alle Beteiligten, der sich nun auch in Form von Awards auszahlt. So erhielt der Extrem-Rutscher Gold beim Deutschen Dialogmarketing Preis 2010 in der Kategorie „audio & video“ und beim BoB-Award (Best of Business-to-Business) als beste „Integrierte Kommunikationskampagne“. Zuvor wurde der Viral bereits beim Mobius Award zum Gewinner in der Kategorie „New Media“ gekürt. Beim Spotlight Festival 2010 gab es noch die Silbermedaille „Web & Mobile“ und bei der Banff Mountain Film Festival World Tour 2010 wird der Film als „Special Jury Mention“ in über 30 Ländern gezeigt. Außerdem ist Bruno Kammerl unter den Finalisten der Innovative Advertising Awards der New York Festivals. Die Wahl der Gewinner wird im Juni gefällt und wir hoffen natürlich das Beste für unseren Bruno.

Wir freuen uns als Seeding-Partner ganz besonders über den Erfolg der Kampagne und möchten auf diesem Wege auch MRM Worldwide, Microsoft Deutschland und Oki Films, die den Viral produziert haben, beglückwünschen.

Bruno Kammerl Awards and Nominations

Best Of - Die Viral Videos des Jahres 2009

Die Zeit fliegt geradezu an mir vorbei und so geht unglaublicherweise auch schon das zweite elbkind Jahr, und damit 2009, langsam dem Ende zu.

Für mich genau der richtige Zeitpunkt, um die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen: Was waren - auch jenseits aller Preisverleihungen - meine persönlichen Top 5 Viral Videos des Jahres 2009? Anmerkung: Ich berücksichtige dabei lediglich Videos mit einem kommerziellen Hintergrund.

Auf Platz 5 schafft es bei mir das Philips Carousel. Wohl eine der wenigen Viral Video Kampagnen, die es ohne eigentliche YouTube-Präsenz zu globaler Bekanntheit geschafft haben.

Philips

Agentur: Tribal DDB Niederlande

Platz 4 belegt The T-Mobile Dance. Dieses Video hat meiner Meinung nach den Flashmob-Hype in der Werbung maßgeblich geprägt.

Agentur: Saatchi & Saatchi UK

Platz 3 erreicht der sympathische Ingenieur Bruno Kammerl, der mit seinem Projekt Megawoosh bis dato wohl den Titel „Erfolgreichste Viral Video Kampagne aus Deutschland“ für sich in Anspruch nehmen darf.

Agentur: MRM Worldwide Deutschland

Platz 2 geht an Extreme sheepherding. Allein quantitativ betrachtet allem Anschein nach eines der meistgesehenen Viral Videos aller Zeiten und somit für mich eine weitere Bestätigung dafür, dass die Viral Factory aus London meiner Meinung nach die kreativste und erfolgreichste Viral Agentur des Jahrzehnts ist.

Agentur: The Viral Factory UK

Platz 1 vergebe ich an den Walk-In fridge. Generations- und geschlechterübergreifend DER Film des Jahres.

Agentur: TBWA\NEBOKO Niederlande

Für mich dieses Jahr neu hinzugekommen sind die beiden Kategorien „Interaktiv“ (Beste interaktive Onlinevideokampagne) und “Klassik” (Online adaptierte Klassische TV Kampagne), die ich hier auch noch berücksichtigen möchte.

Besonders hervorheben möchte ich im Bereich „Klassik“ das Video Monster Doubletake, ein sehr gelungener Clip der jährlich auch online für großes Aufsehen sorgenden Super Bowl Ads.

In der Kategorie „Interaktiv“ hat mich das Skype Phone Box Experiment begeistert, der zweite große Streich 2009 der Jungs aus UK.

Phoneboxexperiment

Agentur: The Viral Factory UK

So das wars von dieser Stelle für dieses Jahr. Ich wünsch euch, auch im Namen vom ganzen elbkind-Team, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Auf ein erfolgreiches 2010! Cheers!

Ingenieur aus Vaterstetten stopft das Sommerloch

Von der Netzgemeinde zunächst völlig unbemerkt, lediglich bewaffnet mit einem Projektblog sowie einer gehörigen Portion Enthusiasmus stürzt MRM Worldwide und Microsoft Deutschland GmbH einen bis dato völlig unbekannten Ingenieur mit vollem Anlauf in die Online-Welt, lassen ihn mit unterhaltsamen Hintergrundmaterial zusätzlich Geschwindigkeit aufnehmen und katapultieren ihn mit dem Megawoosh Viral schließlich in den Zenit der erfolgreichsten Viral Marketing Kampagnen der letzten Jahre! Die Virals wurden von Oki Films produziert und von elbkind geseedet.

Aber noch mal ganz von Anfang an:
Mittelpunkt der Kampagne für die Projektmanagement-Software Microsoft Office Project 2007 war die Geschichte um Bruno Kammerl, einem unbekannten Ingenieur aus dem bayrischen Vaterstetten, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, auf einem Berg die größte Wasserrutsche aller Zeiten zu bauen. Die MEGAWOOSH, ein Megaprojekt!

Schon vor dem Start der Seeding-Kampagne galt es, Bruno mitsamt seinem Projekt und einer gewissen Portion Augenzwinkern in der Onlinewelt zu etablieren. Noch bevor das Projekt-Blog live ging, wurde für Bruno der heutzutage unabdingbare Unternehmerbackground geschaffen. Nicht nur das Projektbüro Kammerl öffnete am 28.05.2009 seine Tore, auch Bruno selbst wurde auf allen wichtigen Webplattformen wie z. B. xing oder facebook eine Identität verliehen.

Phase 1 - Bruno bekommt ein Gesicht

Zum offiziellen Seedingstart von Megawoosh wurde das erste Video zunächst nur dezent im Web platziert. Im Fokus des initialen Video-Seedings stand nicht die Erzielung der maximalen Verbreitungs-Reichweite, sondern lediglich die Etablierung des Charakters. Zusätzlich zu seinen Onlineprofilen, dem Projektbüro Kammerl und dem Projektblog „megawoosh“, wurden so noch vor dem Start der zweiten Phase weitere, gut sichtbare Spuren im Netz ausgelegt, um den Usern später weiteres Diskussionsmaterial zu bieten. Das Video wurde in den ersten zwei Wochen vor Seedingstart des Hauptvideos nur rund 30.000 Mal angesehen und erreichte damit genau das für diesen Zeitpunkt angestrebte Ziel.

Während der erste Buzz zu Bruno Kammerl und seinem Projektbüro am abflachen war, wurde am 31.07.09 das zweite Video verbreitet.

Phase 2 - Der Viral geht auf die Reise

Am 04.08.09 fiel der Startschuss. Das Hauptvideo wurde von elbkind weltweit und nur wenige Stunden zeitversetzt auf über 100 sehr relevanten und reichweitenstarken Netzwerkknotenpunkten im Internet platziert. Das Seeding wurde über den elbkind- und den YouTube-Player durchgeführt, um die Vorteile beider Systeme optimal nutzen zu können.

Im Fokus des Seedings stand zunächst die maximale virale Verbreitung des Inhalts und der gesamten Kampagne. Schon innerhalb der ersten Seedingwoche konnten mit dem Viral Video weit über 1 Mio. Viewer gemessen werden. Die Verbreitungsgeschwindigkeit war beträchtlich und so führte das Video bereits zu diesem Zeitpunkt die Viral Video Charts deutlich an.

Eine Handvoll Internetuser hatte die ausgelegten Spuren (beispielsweise war auf der Landingpage, die Bruno von seinen Projektplanungen veröffentlicht hatte, ein Banner von Arena zu sehen) nicht richtig gedeutet und behauptet, dass Arena Schwimmode Urheber der Kampagne ist.

Um diese äußerst relevante Nachricht, wer hinter der Kampagne steckt, zum Zeitpunkt des maximal zu erwartenden Onlinebuzz auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurden themenrelevante Knotenpunkte für die Kampagne genutzt. So waren ausgewählte, technikaffine Umfelder weltweit die ersten, die berichten konnten, dass Microsoft und Office Project 2007 beworben wird. Etwas zeitverzögert wurde dann auch die Auflösungsseite veröffentlicht.

Dieses zweite Seeding in Phase 2 wurde mit einem geheimen Making-Of-Video sowie exklusiven Hintergrundinformationen unterstützt. So konnte in der zweiten Seedingwoche die Verbreitung weiter auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden und alleine über die beiden Initialpostings wurden weitere 1.2 Mio. Menschen angesprochen.

Das gezielte Streuen von immer wieder neuen Hintergrundinformationen zur Kampagne, hatte zur Folge, dass die größten TV-Stationen weltweit redaktionelle Beiträge sendeten und die angesehensten Zeitungen über die Kampagne berichteten.

MEGAWOOSH - Bruno Kammerl Jumps im Detail

Durch das inetnsive Seeding des Haupt-Videos sowie das Seeding des Making-Ofs, konnten extrem hohe Peaks erzielt werden konnten. Die konstant starke Weiterverbreitung der Kampagne nach Beendigung der aktiven Seedingsschritte in Woche drei und vier, mit im Schnitt über 50.000 Views am Tag, zeigt, wie nachhaltig das Video im Netz platziert wurde. Bruno Kammerl jumps wurde zu einem der erfolgreichsten Videos aller Zeiten auf YouTube.

Unter anderem wurde es über 3.400 Mal kommentiert, von knapp 15.000 Usern in die persönlichen Favoriten aufgenommen, über 5.500 Mal bewertet (Durchschnitt: 4,74 von 5 Punkten). Bemerkenswert ist auch, dass die Kampagne weltweit - über gesellschaftliche und kulturelle Grenzen hinweg - positiv aufgenommen wurde. Die Kampagne verbreitete sich, abgesehen von den Hauptseedingschauplätzen USA und Deutschland, gleichmäßig über den gesamten Globus.

Geographische Verteilung















Alleine zu den kampagnenrelevanten Keywords (”Bruno Kammerl” + “Megawoosh”) findet Google im Moment über 60.000 Einträge weltweit. Die Suche nach “Megawoosh” +”Project 2007″ ergibt mittlerweile über 36.000 Einträge.

Mach es machbar - Die Landingpage

Neben dem YouTube-Kanal von Bruno Kammerl entwickelte sich die Landingpage der Kampagne zu einem der zentralen Anlaufpunkte für die User. Eine Betrachtung über Alexa zeigt, dass die Website kurz nach Seedingstart im Traffic Rank unter den Top 6.000 aller Internetseiten geführt wurde. So dürfte die URL mach-es-machbar.de wohl einer der meistbesuchten Kampagnenseiten aller Zeiten sein und dies ohne jegliche flankierende Media-Maßnahme.

Alexa Statistik


























Fazit

•     Schaffe diskussionswürdige Inhalte und verbreite sie zielgruppen- und vor allem netzwerk-relevant!
Ohne viral geeigneten Inhalt UND eine gute Seedingstrategie kann eine virale Verbreitung nicht funktionieren. Nur die Kombination aus beidem garantiert einen Kampagnenerfolg.

•     Biete exklusive Hintergrundinformationen
Durch die mehrfach zur Verfügung gestellten, neuen Informationen (mehrere Videos, ein Making-Of, Backstagebilder usw.) adaptierten z. B. viele verschiedene relevante Umfelder die Kampagne und platzierten sie somit in den zu erreichenden Zielnetzwerken. Die klassische WinWin-Situation!

•     Biete erzählbare Geschichten
Durch die zahlreich angebotenen Inhalte erhöhten sich die Möglichkeiten einer redaktionellen Aufarbeitung der Kampagne um ein Vielfaches. Reichweitenstarke Pressekanäle konnten nicht nur den Film sondern auch die Hintergrundstory erzählen.

•     Sei offen, höre zu, sei flexibel
Die frühe und offene Kommunikation des Produkts und der Marke bewirkte sofortigen Benefit: Es wurde eine zweistellige Konversion auf die Landingpage erreicht und von den unzähligen entstandenen Verlinkungen auf das Produkt profitiert die Marke noch heute.

•     Denke international
Eine virale Verbreitung in dieser Größenordnung ist nur über eine internationale Ausrichtung erreichbar. Das Internet kennt keine Grenzen. Ideale Verbreitungsmöglichkeiten bietet nur ein multilingual geeigneter Inhalt. Die positiven Auswirkungen auf den eigentlichen Zielmarkt werden dadurch nicht beeinflusst und die Chancen auf einen Kampagnenerfolg erhöhen sich drastisch.

Abschließend ist zu sagen, dass mit Bruno und seiner Megawoosh eine wunderbare Referenz geschaffen wurde, welche in deutschen Führungsetagen die Tür für die vielen Spielarten der schönen neuen Marketingwelt um ein hoffentlich großes Stück weiter aufgestossen hat.

*Update: Gerade den Tipp bekommen, dass Bruno auch für den Viral Video Award nominiert wurde. Wer mag, darf natürlich gerne für Minh Duong und Megawoosh stimmen.*

Wie kommt der Fremde in den Schrank?

Bevor ich an dieser Stelle am kommenden Montag Mitte der nächsten Woche detailliert auf die zurückliegende Kampagne für Microsofts Bruno Kammerl eingehen werde, beende ich die updatefreie Zeit schon mal mit einem - gerade frisch aus Frankreich eingetroffenen - Film. Französisch, charmant und stilvoll umgesetzt.

(Virale) Weltreise for free!

Henry John Heinz, seinerzeit Inhaber der H.J. Heinz Company, war sich bereits im Jahre 1880 der enormen Bedeutung des Marketings bewusst. So ließ er beispielsweise sein Firmen-Logo mittels 1.200 Glühbirnen über sechs Stockwerke eines Hauses aufleuchten und schuf damit eine der ersten Leuchtreklamen überhaupt.

Bis heute hat sich auch die deutsche H.J. Heinz GmbH diesen Sinn für innovatives Marketing beibehalten und beweist hierbei weiterhin Pioniercharakter.

Das Unternehmen hat sich jüngst für eine Kampagne entschieden, die zu einem Teil auch aus einem Viral Video besteht und ging somit über die klassischen Werbemaßnahmen hinaus. Für das qualitative Seeding des Videos wurden wir elbkinder ins Boot geholt, womit die virale Weltreise starten konnte.

Die H.J. Heinz GmbH hat uns für Ihr wohl bekanntestes Produkt, den Heinz Ketchup, einen Clip für die Verbreitung geliefert, der gänzlich auf Sprache und Text verzichtet und – zu unserer Freude – virales Potential birgt: Einfach ohne Sprache. Einfach ohne Text. Einfacher zu verbreiten.

So konnte sich der Viral ganz ohne Mehrkosten für den Kunden auch auf internationalen Seiten popularisieren. Er platzierte sich schon während der ersten Seedingwochen auf einigen Top-Seiten, wie u. a. www.collegehumor.com oder www.usatoday.com. Darüber hinaus hat er starken Online-Buzz erzeugt und unterstützt somit die Besucherzahlen der Landingpage und des POS.

Der Heinz Ketchup Viral zeigt, dass qualitatives Viral Seeding immer in Abhängigkeit zum Viral Video selbst steht: elbkind kann ein Seeding (Erstverbreitung) vollständig steuern, die kostenlose, anschließende Weltreise durch den erstinfizierten Viewer steht und fällt jedoch mit dem viralen Potential und der internationalen Einsetzbarkeit der Clips.

Hier gibt es den Clip und die Möglichkeit, Deinen eigenen „Bottle Sound“ zu kreieren.

Im Schwein liegt die Wahrheit…

Mit insgesamt elf Folgen der Serie SPPD (Sankt Pauli Police Department) eröffnet das Studio Seidel unter sppd.tv den höchst vielversprechenden Online-Only Filmkanal Channel5000.

Der Channel5000 setzt dabei nicht auf eine kostengünstige Zweitverwertung von bekannten TV-Inhalte, sondern zeigt hochqualitative und exklusiv fürs Netz produzierte Inhalte.

Der von elbkind ausschließlich themenrelevant verbreitete Trailer sorgte bereits Mitte März für einigen Buzz in der Community und stieß unter anderem hier oder hier auf großes Interesse.

Am 13. Mai ist es nun so weit. Im Cinemaxx am Hamburger Dammtorbahnhof findet die große Premierenfeier von SPPD - Die Sau ist tot statt. Gezeigt werden alle 11 Episoden des ersten Serienhighlights, die später nach und nach in leicht konsumierbaren 3 Minütern auf dem SPPD.TV online gehen werden. Und das ohne Werbeunterbrechung.

Durch das Premierenprogramm führt Olivia Jones. Das Red Carpet After Event findet direkten im Anschluss im altehrwürdigen Cafe Keese seine standesgemäße Fortsetzung.

Die ersten Folge von SPPD gibt es nun exklusiv hier und auf Channel5000 zu sehen.

Viel Spaß damit.

Nachtrag: Der smoothe Soundtrack kommt übrigens von Wigald Boning und heißt Jet Set Jazz .

User Generated Songs

Matt von der Viral Factory hat mir gestern einen Link zu einer Website weitergeleitet, die mich seit dem nicht mehr los lässt.

Auf www.thru-you.com sind Videos zu sehen, die aus vorhandenen YouTube-Videos geremixt wurden. Soweit nichts wirklich Neues. Die Videos wurden allerdings so geschickt zusammengeschnitten, dass sich aus dem Material eine Playlist mit sieben wirklich hörenswerten Songs plus Musikvideo ergeben hat.

Dass die Videos völlig zusammenhangslos auf das Portale hochgeladen wurden scheint fasst unglaublich, kann aber über die Credits relativ leicht überprüft werden.

Verantwortlich für den Remix ist übrigens KUTIMAN, ein israelischer Funk-Musiker.

Leider ist die Seite aufgrund von Überlastung des Öfteren nicht zu erreichen.

Fürn Apel und n Ei

Schon vor einigen Monaten beschäftigte sich einer meiner Artikel auf elbkind:blog unter anderen mit der Validität quantitativer Auswertungen von Viral Video Kampagnen. Unter anderem stellte ich im Artikel auch die Nachvollziehbarkeit von portaleigenen Statistiken in Frage. In der Folge wurden mir immer wieder Fragen wie „Wie werte ich Kampagnen valide aus?“ und „Wie werden Viewcounts auf Portalen wie YouTube oder MySpace beeinflusst?“ gestellt. Eine hundertprozentige Antwort musste ich meistens schuldig bleiben und so sah ich am zurückliegenden Wochenende die Notwendigkeit, mich einmal näher mit der Thematik auseinander zu setzen. Ich machte eine Entdeckung, die ich in dieser Form nicht erwartet hatte.

Neben dem künstlichen Pushen von Videos über Skripte und Frames lebt mittlerweile eine nicht unerhebliche Anzahl von “Agenturen” davon, Viewcounts, Kommentare und Bewertungen auf YouTube und anderen Plattformen massiv zu manipulieren. Dies tun sie nicht etwa heimlich, sondern bieten ihre Dienste im Internet offen und völlig unverfroren an.

Das Angebotsspektrum diesbezüglich ist beträchtlich und die am Markt befindlichen Dienstleister bieten selbst für den kleinsten Geldbeutel einiges:

Für 10.000 Views, 10 Fünf-Sterne-Ratings und 5 Kommentare muss der Kunde beim günstigsten Anbieter gerade mal 20,- € locker machen. Von einem anderen wird für 700,- € ein  Rundumsorglospaket angepriesen. Dieses garantiert unter anderem 450.000 Views in 3-4 Tagen. Natürlich ist es je nach Investition möglich, Views, Kommentare und Bewertungen in beliebiger Höhe hinzu zu buchen.

Die oft gestellte Frage, warum ein mittelmäßiges Video, das keiner kennt, in manchen Fällen mehrere Millionen Views erreicht hat, dürfte damit beantwortet sein. Man kann davon ausgehen, dass ein Video, welches in 3-4 Tagen 450.000 Views erreicht, mit hoher Wahrscheinlichkeit in den folgenden Tagen in den Top-Listen zu finden sein wird und sich somit durch diese exponierte Position die Viewcounts zusätzlich vervielfachen. Die erhoffte virale Verbreitung in den eigentlichen Zielnetzwerken wie Blogs, Communities und Foren wird jedoch auch dann kaum einsetzen, da sich die Clipqualität durch die Manipulation freilich nicht gesteigert hat.

Unbestreitbar ist, dass YouTube und die anderen bekannten Videoportale wichtige Knotenpunkte für Viral Video Kampagnen sind. So versucht hier natürlich jeder, das vorhandene breite Publikum auf sein Video aufmerksam zu machen und damit einen viralen Effekt durch die Plattform zu erreichen.

Mit diesen Geschäftspraktiken allerdings wird nicht nur die Frage „Was bringt mir virale Kommunikation“ ad absurdum geführt, sondern gleichzeitig mit Hochdruck daran gearbeitet, das gesamte System Social Web zu zerstören. Konzepte wie Twitter, Blogs oder eben YouTube, die das Internet mit prägen, verlieren nicht zuletzt wegen solchen Stealthmarketing Praktiken immer mehr an Glaubwürdigkeit.

Gerade deshalb wird es immer wichtiger, den Kunden ein Höchstmaß an Transparenz zu bieten: Wenn elbkind von einem viralen Erfolg spricht, sind nicht möglichst viele erreichte Views alleiniges Kriterium. Vielmehr sind die viralen Effekte einer Kampagne auch für den Kunden in Form von merklich erhöhter öffentlicher Aufmerksamkeit und/oder Abverkäufen zu spüren.

Unentdeckte Perlen Nr. 2

Wrong side of life

Danke nilsn