Wie wahr, wie wahr!
Statler und Waldorf haben jetzt einen eigenen YouTube-Kanal.
Statler und Waldorf haben jetzt einen eigenen YouTube-Kanal.
Da sitze ich vor ein knapp zwei Wochen vor der Glotze und seh´ mir seit Monaten mal wieder einen Werbeblock an. Nichts neues. Alles einfach nur grausam.
Ein kleiner emotionaler Lichtblick fordert dann doch meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Wirbt da nicht die gute alte Deutsche Telekom mit Paul Potts, DEM Star der letzten „Britain Got Talent“-Staffel? Ja fein. Da schafft es einer, ganz UK und das Internet zu verblüffen und dann schnappt ihn sich die Deutsche Telekom und bringt ihn ins TV.
Was die verantwortliche Agentur Tribal DDB richtig schön umgesetzt hat, ist, die Emotionen, die Momente der damaligen Situation einzufangen und zu verstärken. Jeder Schnitt, jede Einstellung stimmt meiner Meinung nach auf den Punkt. Ob die gewollte Nachricht auch transportiert wird, ist da schon eher zu diskutieren.
Mir stellten sich nun aber ganz andere Fragen.
Gibt es überhaupt noch Menschen, die Paul Potts nicht kennen? Wenn ja, wirkt die Werbung dann nicht gestellt? Gibt es dann auch Menschen, die sich auf Portalen wie z. B. YouTube bewegen und ihn trotzdem nicht kennen? Schafft man es, ohne Seeding-Budget aber mit ein wenig Erfahrung und der starken TV-Präsenz einen Clip online erfolgreich zu verbreiten?
Einen kleinen Selbstversuch ist das allemal wert.
Gesagt, getan. Zuerst den Clip von der Telekom-HP ziehen und über meine Accounts auf alle relevanten Videoportale laden.
Danach ist abwarten angesagt. Bereits nach der zweiten TV-Präsenz laufen die ersten Kommentare ein. Zunächst von ebenfalls etablierten YouTube-Usern.
Die Austrahlungsfrequenz im TV ist erschlagend. Die ersten Diskussionen auf YouTube entstehen und erste Blogs adaptieren das Thema. Die Resonanz ist allerdings zunächst eher mit tröpfelnd zu bezeichnen.
Montags versorge ich sämtliche mir zur Verfügung stehenden, relevanten Web-Dienste mit den News und einem kurzen, ansprechend formulierten Vierzeiler. Ab diesem Zeitpunkt erschlägt mich die Resonanz. Minütliche Kommentar-Postings, allgemeine Anfragen über YouTube und Freundesanfragen. Hunderte. Blog-Einträge und der Artikel auf Spiegel online sind nur die logische Konsequenz.
Diesen Hype hatte ich zwar erhofft, aber nicht in diesem Maße erwartet. Mein Forscher-Drang ist jedenfalls geweckt. Die nächsten Schritte sind eigentlich übliche Seeding-Schritte in den ersten Phasen. Ich kontaktiere relevante Communities/YouTube-Accounts. Die richtige Ansprache ist Erfahrungssache. Perfekt, auch so funktioniert virale Verbreitung. Mass-Seeding über TV und jemand der sich auskennt übernimmt die restlichen Schritte online. Perfekte Ergänzung der einzelnen Kanäle und eine nicht einmal abgesprochene Zusammenarbeit. Das Fernsehen hat die meist nötige strategische Erstplatzierung, wenn auch sehr kostspielig, übernommen.
Nach den oben erwähnten Schritten muss man den Dingen auch mal seinen Lauf lassen. An Paul Potts kommt in diesen Tagen einfach keiner vorbei. Ich werde die Kampagne auch die nächsten Wochen verfolgen und freue mich schon auf die Auswertung und einen eventuellen Erfahrungsaustausch mit den verantwortlichen Personen.